Wiegetechnik - Lexikon

Ablesbarkeit Gibt den kleinsten Gewichtswert an, den ein Digital-Display darstellen kann. Es handelt sich also um die Genauigkeit der Waage. Man spricht hierbei auch von der Teilung.
Akkreditierung Bezeichnet einen formellen, rechtlichen Vorgang, bei dem ein Institut mit besonderer Expertise bzw. eine (staatlich) anerkannte Stelle, einer anderen Institution das Erfüllen von besonderen Anforderungen, das jeweilige Fachgebiet betreffend, ausstellt. Auf diese Weise verleiht die akkreditierende Institution etwas von ihrer Reputation an die von ihr Akreditierte. Im Kontext der Wiegetechnik ist damit zumeist die Berechtigung, DAkkS-Kalibrierscheine z. B. für Waagen und Gewichte auszustellen, gemeint. Diese Berechtigung erhält nur, wessen Kalibrierlaboratorium nach DIN EN ISO 17025 akkreditiert wurde.
Anwärmzeit Waagen deren exaktes Funktionieren eine bestimmte Betriebstemperatur voraussetzen, brauchen unter Umständen eine Anwärmzeit, die vom Zeitpunkt des Anschaltens bis zur Erreichung der Betriebstemperatur verstreicht.
Auflösung Die Auflösung einer Waage errechnet sich aus den Werten "Wägeberich [Max]" geteilt durch "Ablesbarkeit [d]" und beschreibt, wie genau ein bestimmter Messwert dargestellt werden kann. Sie wird in Punkten, den sog. Digits, angegeben (Beispiel: Wägebereich 500g, Ablesbarkeit 0.001g (1mg), Auflösung = 500.000 Digits).
AUTO-OFF-Funktion Das Gerät schaltet sich bei ausbleibender Aktivität nach einiger Zeit selbstständig ab.
Bauartzulassung Bestimmt vorab, ob eine Waage überhaupt für eine Eichung in Frage kommt. Die Eichfähigkeit wird meist von einer staatlichen Stelle, unter Berücksichtigung sowohl messtechnischer, als auch gerätespezifischer Aspekte, festgestellt.
CAL-Taste Löst bei digitalen Waagen ein integriertes Justierprogram aus. Trotz der die Taste bezeichnenden Englischen Anfangsbuchstaben ist Justieren keinesfalls mit Kalibrieren zu verwechseln.
DAkkS Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) ist u.a. die Nachfolgeorganisation des Deutschen Kalibrierdienstes (DKD). Eine europäische Verordnung verlangte von den EU-Mitgliedsstaaten die Bildung einer einzigen nationalen Akkreditierungsstelle und so fusionierten verschiedene deutsche Vorgängergesellschaften 2010 zum DAkkS. Neben dem DKD waren das die Deutsche Akkreditierungsstelle Chemie (DACH), das Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen (DAP) und die Trägergemeinschaft Akkreditierung (TGA), zu der auch die Deutsche Akkreditierungsstelle Technik (DATech) gehörte. 
Datenschnittstelle Ermöglicht den direkten Anschluss der Waage an PC, Drucker oder Netzwerk. Die Schnittstellenparameter sind oft über die Waage selbst einstellbar. Gängige Formate sind u.a. USB, LAN und RS-232.
Dichtebestimmung Die Dichte von Festkörpern ergibt sich aus dem Verhältnis seines Gewichts zu seinem Volumen. Die Dichte von Flüssigkeiten hingegen wird durch eine Auftriebsmessung mit einem Senkkörper bestimmt.
DKD Im Deutschen Kalibrierdienst (DKD) waren messtechnische Laboratorien unterschiedlicher Träger organisiert. Der DKD war befugt, Laboratorien für die Ausstellung international anerkannter Kalibrierzertifikate zu akkreditieren. Kalibrierzertifikate nach DKD genießen international hohe Anerkennung und sind u.a. in der gesamten Europäischen Union gültig. Der DKD wurde 2009 in die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) überführt. Als Gremium der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt setzt der DKD heute die Arbeit seiner ehemaligen Fachausschüsse fort.
EA Die European Cooperation for Accreditation (EA) regelt die gegenseitige internationale Anerkennung von Zertifikaten.
Eichung Vom Gesetzgeber vorgeschriebene Prüfung eines Messgeräts zur Gewährleistung richtiger Messergebnisse. Es gibt (strenge) Eichfehlergrenzen, die eigens im Deutschen Mess- und Eichgesetz definiert sind. Vom Eichamt geprüfte Messinstrumente erhalten eine Eichmarke, die ihre Genauigkeit im Rahmen der zulässigen Eich-Toleranz bestätigt. Nach der EU-Richtlinie 2009/23/EG müssen Waagen amtlich geeicht sein, wenn sie wie folgt verwendet werden:
1) Im geschäftlichen Verkehr, wenn der Preis einer Ware durch Wägung bestimmt wird.
2) Bei der Herstellung von Arzneimitteln in Apotheken sowie bei Analysen im medizinischen und pharmazeutischen Labor.
3) Zu amtlichen Zwecken.
4) Bei der Herstellung von Fertigpackungen.
5) In der Heilkunde.
Eichung einer Waage mit Justierprogramm Kompliziert wird der Fall bei Waagen mit Justierprogramm. Die Bedientaste des Justierprogramms ("CAL") wird bei der Eichung mit einer amtlichen Marke versiegelt. Ferner gilt die Eichung nur für den Postleitzahlbezirk des angegebenen Aufstellungsorts. Dies ist bedingt durch standortabhängige Toleranzen der Erdanziehungskraft.
Eichung einer Waage mit Justierautomatik Diese Maßnahmen werden umgangen, wenn die Waage über ein automatisches Justierprogramm verfügt. Da die Waage sich verlässlich und unwillkürlich (eben automatisch) justiert, gilt die Eichung hier standortunabhängig.
Einschwingzeit Dauer einer Gewichtserfassung. Bei modernen Digitalwaagen in der Regel angenehm kurz. Nichtsdestotrotz eine ernstzunehmende Fehlerquelle, die zumeist durch eine Stillstandkontrolle eingegrenzt wird.
Einwaage Benennt den Prozess, in dem von einer Substanz eine vorher genau definierte Menge abgenommen und -gewogen wird.
Elektromagnetische Kraftkompensation Messprinzip elektronischer Analysenwaagen und hochwertiger Präzisionswaagen. Eine Spule in einem Permanentmagneten erzeugt eine Gegenkraft, die der Last des zu messenden Gewichts auf der Waagschale entspricht. Über die Änderung des Spulenstroms kann der Messwert höchst präzise ermittelt werden.
Erdanziehung Bei jeder Wägung zu berücksichtigende Größe, da sie je nach Standort leicht variiert. Sie unterliegt zum Beispiel einem generellen Nord/Süd-Gefälle: An den Polen ist sie ca. 0,5 % stärker als am Äquator. Aber auch andere Einflussgrößen spielen eine Rolle. Waagen müssen deshalb standortabhängig justiert werden.
Fehlergrenzen Beschreiben den zulässigen Toleranzbereich bei einer Eichung.
Feingewichte Gehören zum Instrumentarium der Internationalen Organisation für das gesetzliche Messwesen (Organisation Internationale de Métrologie Légale, kurz: OIML). Dienen der Prüfung hochauflösender Waagen.
Fertigpackungsverordnung Die Fertigpackungsverordnung (FPVO) regelt die korrekte Befüllung von fertig verpackter Ware. Über das Eichgesetz sind die Toleranzen definiert, die zwischen angegebener und tatsächlicher Füllmenge erlaubt sind (siehe Einwaage).
Filter Filter kommen zur Anpassung an die Umgebungsbedingungen zum Einsatz. Erschütterungen können durch mehrere Messzyklen in kurzer Folge herausgefiltert werden. Die Stillstandkontrolle verhindert ein zu frühes Auslesen noch nicht endgültiger Messergebnisse.
GLP Gute Laborpraxis (GLP) ist die Bezeichnung eines Qualitätssicherungssystems in chemischen Laboren. Sie regelt den organisatorischen Ablauf und die Bedingungen von Laborprüfungen und schreibt u.a. eine Protokollierung von Wägeergebnissen sowie korrekte Waagenjustierung vor. Es gibt eine Deutsche GLP-Bundesstelle, die beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angesiedelt ist.
Halbmikrowaage Bezeichnet Analysewaagen mit einer Ablesbarkeit von 0,01 mg.
Handelsgewichte Wie Feingewichte sind auch Handelsgewichte genormte Prüfinstrumente der OIML (Organisation Internationale de Métrologie Légale).
Handelswaage Waagen einer über das Eichgesetz bestimmten Kategorie (Eichklasse III). Die gewöhnliche Ladenwaage fällt darunter.
Höchstlast siehe Wägebereich
Industriewaage Industriewaagen gibt es in vielerlei Gestalt: Plattformwaagen, Hängewaagen (Kranwaagen), Behälterwaagen aber auch Tischwaagen gehören dazu.
Interface siehe Datenschnittstelle
ISO Die Internationale Organisation für Normung (kurz ISO) setzt weltweit gültige Standards in nahezu allen Bereichen (mit Ausnahme der Elektronik und Telekommunikation, für die eigene Organisationen bestehen). Es gibt technische, klassifikatorische und Verfahrensstandards. Jeder Mitgliedsstaat wird durch genau eine nationale Organisation vertreten, für die Bundesrepublik ist das das Deutsche Institut für Normung (DIN).
ISO 9000ff International anerkanntes (s.o.) Qualitätsmanagmentsystem zur Qualitätssicherung in Unternehmen.
ISO/GLP Protokollierung Protokollierungsstandard von Wägeergebnissen (Rohwerte) und der korrekten Waagenjustierung unter Angabe von Datum und Uhrzeit. Wird meistens über einen direkt an die Waage angeschlossenen Drucker bewerkstelligt.
Justieren Der Wägebereich einer Waage kann meistens über ein integriertes Justierprogramm (siehe CAL-Taste) justiert werden. Über eine Justierautomatik macht die Waage das sogar selbstständig. Wird hingegen nicht nur der Wägebereich einer Waage, sondern die Waage selbst justiert, geschieht dies zumeist über einen fachmännischen Eingriff in das Messsystem. Es geht dabei um das exakte Einstellen einer Messgröße. Nötig werden Justierungen bei Temperaturänderungen, Ortsveränderungen und anderen veränderten Umgebungsbedingungen, also recht häufig. Tägliche Routinekontrollen werden allgemein empfohlen.
Kalibrieren Kalibrieren bezeichnet im Gegensatz zum früher häufig synonym verwendeten Justieren lediglich das Feststellen der Richtigkeit einer Messgröße eines Messgeräts. Nicht den nur beim Justieren erfolgenden Eingriff in das Messsystem zwecks Korrektur.
Kalibriermarke Hält das Datum der letzten Kalibrierung, das Kalibrierlaboratorium sowie die Identifikationsnummer des Geräts fest.
Kalibrierschein International gültige Feststellung einer Kalibrierung mit genau festgelegten, verbindlichen Inhalten.
Kapazitätsanzeige Informiert über den bereits belegten und den noch verfügbaren Wägebreich einer Waage. Meist in Form eines ansteigenden Leuchtbands dargestellt. Hilft dabei, den Wägebreich nicht unbeabsichtigt zu überschreiten.
Konformitätsbescheinigung Das Eichamt bestätigt über die Konformitätsbescheinigung, dass eine Waage einer bestimmten, für das Eichverfahren zugelassenen Bauart angehört.
Konformitätserklärung Über die Konformitätserklärung gewährleistet der Hersteller, dass sein Produkt den EG-Richtlinien entspricht. Bei elektronischen Waagen erfolgt dies in Verbindung mit dem CE-Kennzeichen.
Konventioneller Wägewert Beschreibt den Messwert eines Gewichtsstücks unter genau festgelegten, idealisierten Umgebungsbedingungen. U.a. werden Temperatur und Luftdruck berücksichtigt (siehe Luftauftrieb). Für sehr genaue Wägungen von Bedeutung.
Laborwaagen Oberbegriff für Analyse- und Präzisionswaagen, die üblicher Weise in Laboren zum Einsatz kommen.
Linearität Beschreibt die Richtigkeit einer Waage, indem sie die jeweils größte Abweichung der Gewichtsanzeige vom Wert der Prüfgewichte über den gesamten Wägebereich dokumentiert.
Luftauftrieb Auch wenn dieser die Schwerkraft selten überwiegt, erfährt jeder Körper in der Luft einen Auftrieb. Als minimaler Gewichtsverlust wird dieser messbar und ist daher bei genauen Wägungen zu berücksichtigen. Um dem Luftauftrieb geschuldete Abweichungen von Messergebnissen zu neutralisieren, wurde sich auf den konventionellen Wägewert geeinigt.
Masse Die Masse ist eine physikalische Grundgröße, die wie das Gewicht in der metrischen Einheit kg angegeben wird. Die Masse eines Körpers bleibt jedoch immer konstant, unabhängig von Schwerkraft, Luftauftrieb o.ä. Masse ist ein Maß für die Trägheitswirkung auf Geschwindigkeitsänderungen. Die Gravitation eines Körpers bestimmt sich proportional zu seiner Masse.
Mehrbereichswaagen Mehrbereichswaagen verfügen über mehrere Modi, mit jeweils eigener Auflösung (Wägebereich/Ablesbarkeit), zwischen denen bei entsprechender Belastung automatisch gewechselt wird.
Messunsicherheit Grenzt den Bereich ein, in dem der Messwert liegt, welcher darüber hinaus aber nicht genauer bestimmt werden kann. Die Messunsicherheit wird im Kalibrierschein der Waage festgehalten. Sie steigt in der Regel mit zunehmender Belastung der Waage.
Mindestlast Untere Grenze des eichfähigen Wägebereichs. Wird daher auf dem Eichschild angegeben. Meistens nicht identisch mit dem kleinsten Gewichtswert, den die Waage eigentlich anzugeben im Stande ist.
Netto-Total Waagen mit einer Netto-Total Ausgabemöglichkeit können das zuvor bestimmte Behältergewicht in einem separatem Speicher ablegen, um abschließend das Gesamtgewicht aller eingewogenen Komponenten (abzüglich des Behältergewichts) ausgeben zu können.
Nivellieren Bezeichnet das absolut horizontale, begriffsbildend "waagerechte" Ausrichten einer Waage, meist mittels Fußschrauben und Libelle (Wasserwaage). Schrägstellungen führen unwillkürlich zu Messfehlern, da die Erdanziehung nicht mehr vollständig ins Messergebnis eingehen kann, sondern in Konkurrenz dazu tritt.
OIML Die Organisation Internationale de Métrologie Légale (deutsch: Internationale Organisation für das gesetzliche Messwesen) mit Sitz in Paris regelt die eichtechnischen Belange von Messgeräten auf internationaler Ebene. Die OIML gibt darüber hinaus Empfehlungen u.a. in Bezug auf Wägetechnik heraus, die in viele nationale wie internationale Normen einfließen.
PLU Steht für "Price Look Up" und bezeichnet bei preisrechnenden Ladenwaagen eine Memory-Funktion für den Grundpreis eines Verkaufsartikels, der dann mit dem Wägeergebnis unmittelbar zum Endpreis der abgewogenen Menge errechnet wird.
Plus-Minus-Wägung Mittels eines Sollgewichts wird die Waage tariert und zeigt bei Folgewägungen stets nur noch die Abweichung von diesem Sollgewicht an.
Präzisionsgewichte Eine weitere Kategorie genormter Prüfgewichte der OIML, speziell für Präzisions- und Industriewaagen.
Prüfgewichte Dienen allgemein der Überprüfung der Waagengenauigkeit, also dem Kalibrieren (daher auch Kalibriergewichte genannt). Können auch als sog. interne Prüfgewichte in die Waage eingebaut sein und motorgetrieben ins Messsystem zu Prüfzwecken eingreifen.
PTB Die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) hat ihren Hauptsitz in Braunschweig und regelt die gesetzlichen Belange von Messtechnik im nationalen Rahmen. Seit dessen formaler Überführung in die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) beherbergt sie auch den Deutschen Kalibrierdienst (DKD), der hier die Arbeit seiner Fachausschüsse fortsetzt. Dies sind jedoch nur wenige von vielen weiteren Arbeitsfeldern der PTB, die in mehr als 60 Fachbereiche mit über 200 Arbeitsgruppen untergliedert ist.
Qualitätsmanagementsystem Durch sie werden in der Regel drei Hauptziele verfolgt: Die Verhütung von Fehlern während des Fertigungsprozesses, die Gewährleistung einer vereinbarten Produktqualität sowie die Förderung des Qualitätsbewusstseins der Mitarbeiter. Es gibt standardisierte Qualitätsmanagmentmodelle oder -systeme von unterschiedlicher internationaler Relevanz und mit jeweils branchenspezifischem Einschlag. Ein anerkannter Standard für Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem ist EN ISO 9001.
Referenzgewichte Repräsentieren eine bestimmte Menge an Teilen bei einer Stückzählung. So kann durch Wiegen einer Menge an Teilen deren Stückzahl ermittelt und eine aufwendige Zählung vermieden werden.
Referenzstückzahl Bezeichnet die Menge an Teilen, die aufgebracht werden muss, um ein bestimmtes Referenzgewicht zu erreichen.
Rekalibrieren Periodisches Nachmessen der Messgenauigkeit von Waagen oder Prüfmitteln.
Reproduzierbarkeit Auch Standardabweichung genannt. Bezeichnet die Messschwankungen die bei wiederholter Wägung unter denselben Bedingungen auftreten.
Rezeptieren Einwägen verschiedener Substanzen zu einer Mischung nach einem feststehendem Rezept.
Schutzart IP Gibt die Dichtheit des Waagengehäuses gegenüber Staub und Spritzwasser an. Je höher die nachfolgende Nummer desto dichter ist das Gehäuse. Standard bei höherwertigen Waagen ist IP 54.
Spitzenlastanzeige Gibt den höchsten gemessenen Wert einer Waage an. Auch Peak genannt.
Stillstandskontrolle Eine Filterfunktion zur Vermeidung von Messfehlern. Verhindert die zu frühe Ausgabe eines Messwerts.
Summieren Funktion einer Waage, die automatisch hintereinander erfolgende Wägungen laufend zu einer Gesamtsumme addiert.
Tarieren Bezeichnet im Allgemeinen das Ausgleichen eines Gewichts. Bei historischen Waagen (Balkenwaagen) war dies das zentrale Prinzip zur Gewichtsermittlung und musste vom Nutzer manuell, durch verschieben von Gegengewichten bis zur Herstellung eines Gleichgewichts vorgenommen werden. Heute meint Tarieren das Einstellen der Waage auf Null nach Aufsetzen des Wiegebehälters. Das Gewicht des Behälters bezeichnet man folglich als Tara und muss vom verfügbaren Wägebereich abgezogen werden.
Teilung siehe Ablesbarkeit 
Tierwägeprogramm Durch ein Tierwägeprogramm ist eine Waage in der Lage, aus sich ständig verändernden Messwerten innerhalb eines bestimmten Zeitraums (häufig durch Drücken einer HOLD-Taste manuell festlegbar), einen Mittelwert anzugeben. Trägt dem Umstand Rechnung, dass Tiere häufig nicht stillhalten.
Temperaturbereich Eine geeichte Waage darf nur in einem bestimmten, auf dem Eichschild festgehaltenen Temperaturbereich eingesetzt werden. Denn der Temperatureinfluss auf Waagen kann nie vollständig kompensiert werden. Eine Temperaturveränderung erfordert in der Regel eine erneute Justierung einer Waage.
Überlast / Unterlast Meint die Über- bzw. Unterschreitung des Wägebereichs. Häufig signalisiert durch eine Warnanzeige.
Verifizierung Dokumentierter Nachweis über die Erfüllung einer festgelegten Anforderung.
Verwendungsgenauigkeit Wird pauschal zum Wert der Messunsicherheit addiert und soll (dem wahren Wortsinn nach) Unwägbarkeiten im praktischen Einsatz der Waage vorweg nehmen. Wird im DKD-Kalibrierschein festgehalten.
Wägebereich Obere Grenze des Wägebereichs einer Waage. Bis zu diesem Wert ist die Waage belastbar und werden Messwerte ausgegeben. Man spricht auch von der Höchstlast der Waage.
Wägetisch Insbesondere hochauflösende Analyse- und Präzisionswaagen müssen zum einen absolut waagerecht, zum anderen erschütterungsfrei aufgestellt werden. Entsprechende Wägetische stellen dies durch massive Steinplatten und besonders stabile Tischuntergestelle oder Wandkonsolen sicher.
Windschutz Bei hochauflösenden Analyse- und Präzisionswaagen ist ebenso eine Schutzvorrichtung vor störenden Luftbewegungen nötig.
Zertifikat Schriftliche Bestätigung einer nach vorab definierten Anforderungen erbrachten Leistung. Eine Zertifizierung nach EN ISO 9001 bescheinigt z. B. einem Betrieb, dass er alle Anforderungen des Qualitätsmanagmentsyystems nach EN ISO 9001 umgesetzt hat. Das DKD-Kalibrierzertifikat hingegen weist einer Waage die Einhaltung hoher Anforderungen an ihre messtechnischen Eigenschaften aus.

 

*alle Preise inkl. gesetzl. MwSt. frei Haus in Deutschland