Eich-Übersicht


Bauartzulassung: Bestimmt vorab, ob eine Waage überhaupt für eine Eichung in Frage kommt. Die Eichfähigkeit wird meist von einer staatlichen Stelle, unter Berücksichtigung sowohl messtechnischer, als auch gerätespezifischer Aspekte, festgestellt. Eichfähige Waagen mit Bauartzulassung sind oft mit einem "M" gekennzeichnet.

Messtechnisch gibt es kaum Unterschiede zwischen eichfähigen und nicht eichfähigen Wagen. Es geht vor allem um Nachweis und Dokumentation der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sowie um gewisse Einschränkungen, die stets überprüfbare Ergebnisse gewährleisten sollen.


Eichklassen:

  • Klasse I – Analysenwaagen (Feinwaagen)
  • Klasse II – Präzisionswaagen
  • Klasse III – Industriewaagen (Handelswaagen)

Eichmarke: Nach der Eichung wird auf die Waage ein Etikett angebracht, das die Eichung bestätigt und zahlreiche Angaben zu ihrer Gültigkeit bereithält:

  • Gerätetyp mit Seriennummer
  • Metrologische Kennzeichnung [M]
  • CE-Konformitätskennzeichen nebst Kennnummer der benannten Stelle
  • Name des Herstellers der Waage
  • Zulässiger Betriebstemperaturbereich
  • Eichklasse
  • Nummer der Bauartzulassung

Meist wird die Marke auf der Waage so angebracht, dass sie zugleich als Siegel einen späteren Eingriff in die Messtechnik verhindert. Dies unterstützend können weitere Sicherungsmarken auf der Waage platziert werden.


Eichung: Vom Gesetzgeber vorgeschriebene Prüfung eines Messgeräts zur Gewährleistung richtiger Messergebnisse. Es gibt (strenge) Eichfehlergrenzen, die eigens im Deutschen Mess- und Eichgesetz definiert sind. Vom Eichamt geprüfte Messinstrumente erhalten eine Eichmarke, die ihre Genauigkeit im Rahmen der zulässigen Eich-Toleranz bestätigt. Die EU-Richtlinie 2009/23/EG legt fest, in welchen Kontexten die Verwendung einer Waage nur mit gültiger Eichung erfolgen darf:

  1. im geschäftlichen Verkehr, wenn der Preis der Ware nach ihrem Gewicht bestimmt wird
  2. bei der Herstellung von Arzneimitteln in Apotheken sowie bei Analysen in medizinischen und pharmazeutischen Laboren
  3. zu amtlichen Zwecken
  4. bei der Herstellung von Fertigpackungen
  5. in der Heilkunde

Eichung einer Waage mit Justierprogramm: Kompliziert wird der Fall bei Waagen mit Justierprogramm. Die Bedientaste des Justierprogramms wird bei der Eichung mit einer amtlichen Marke versiegelt. Ferner gilt die Eichung nur für den Postleitzahlbezirk des angegebenen Aufstellungsorts. Dies ist bedingt durch standortabhängige Toleranzen der Erdanziehungskraft.


Eichung einer Waage mit Justierautomatik: Die unter Eichung einer Waage mit Justierprogramm beschriebenen Maßnahmen werden umgangen, wenn die Waage über ein automatisches Justierprogramm verfügt. Da die Waage sich stets verlässlich justiert, kann die Eichung hier standortunabhängig gelten.


Eichwert: Gibt die Eichtoleranz an, also den nach dem Eichgesetz zulässigen Wert der Reproduzierbarkeit (Standardabweichung) einer Waage. Die Reproduzierbarkeit bezeichnet Messschwankungen die bei wiederholter Wägung unter denselben Bedingungen auftreten. Der Eichwert kann höher liegen als die Ablesbarkeit der Waage.


Erdanziehung: Bei jeder Wägung zu berücksichtigende Größe, da sie je nach Standort leicht variiert. Sie unterliegt zum Beispiel einem generellen Nord/Süd-Gefälle: An den Polen ist sie ca. 0,5 % stärker als am Äquator. Aber auch andere Einflussgrößen spielen eine Rolle. Waagen müssen deshalb meist standortabhängig justiert werden. Auch bei einer Eichung ist in der Regel der Aufstellungsort der Waage anzugeben.

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